Geliy Korzhev

  • Geboren 1925 in Moskau, Sowjetunion
  • Gestorben 2012 in Moskau, Russland

Gelij Korschew zählte zu den führenden Vertretern jenes „strengen, gemeißelten“ Malstils, der nach dem Tod Josef Stalins im Jahr 1953 in der Phase der ideologischen Neuorientierung der Sowjetunion aufkam. Von 1939 bis 1944 studierte er an der Staatlichen Kunstschule in Moskau und setzte seine Ausbildung danach bis 1950 am Moskauer Kunstinstitut Surikow fort. 

Seine erste Ausstellung hatte er 1954 zu Beginn der sogenannten Tauwetterperiode unter Chruschtschow. Im Frühwerk Korschews dominierten Historiengemälde, die um den Zweiten Weltkrieg und die Oktoberrevolution von 1917 kreisten. Obwohl er nie offizielles Mitglied der Kommunistischen Partei war, war Korschew Vorsitzender der Moskauer Sektion der Union Sowjetischer Künstler. 

Später distanzierte er sich von politischen Inhalten und wandte sich kunsthistorischen Themen zu. Die in den 1980er-Jahren entstandene Mutanten-Serie, die groteske, von Menschen und Ungeheuern bevölkerte Szenen zeigt, verbindet Bezüge zur Renaissance-Malerei mit Elementen der zeitgenössischen westlichen und sowjetischen Kultur. 

Nach dem Tod seiner Eltern im Jahr 1986 begann der Künstler – der Atheist war – mit der Arbeit an einem Zyklus düsterer biblischer Szenen. Für seine Arbeiten erntete er auch Anerkennung von offizieller Seite. 1972 wurde ihm den Titel Volkskünstler der Sowjetunion verliehen.