Frank Stella

  • Geboren 1936 in Malden, Massachusetts, Vereinigte Staaten

Frank Stella war in zweifacher Hinsicht ein Pionier: In den 1960er-Jahren bereitete er der neuen Abstraktion (Post-Painterly Abstraction) und ab 1970 der postmodernen Kunst den Weg. Er studierte Geschichte an der Princeton University, wo er sich mit dem abstrakten Maler Walter Darby Bannard (* 1941) und dem Kunsthistoriker Michael Fried (* 1939) anfreundete. 

1958 zog Stella nach New York, wo er während der Blütezeit des Abstrakten Expressionismus einen kühlen, selbstreferenziellen Malstil entwickelte. Seine Black Paintings von 1959 zeigen mit schwarzer Fassadenfarbe aufgebrachte Streifen, die von schmalen Bändern ungrundierter Leinwand durchbrochen sind. 

Fried beschrieb diese Gemälde als „deduktiv“: Das Streifenmuster ergab sich aus der Form des Bildträgers. Stella zeigte diese Arbeiten zum ersten Mal in der Ausstellung Three Americans (1959) am Oberlin College in Ohio und in der Schau Sixteen Americans (1960) am Museum of Modern Art in New York. 1960 begann er unregelmäßig geformte Leinwände „deduktiv“ mit Aluminium- und Kupferfarbe zu bemalen. 

In seiner späteren Protractor-Serie schichtete er Kreise in leuchtenden Farben übereinander. Die Bildtitel rekurrieren auf Städte aus dem Nahen Osten. (Der Titel der Serie wiederum leitet sich vom kreisförmigen Winkelmesser [Protraktor] ab, mit dem Stella die Formen entwarf.) In den 1960er-Jahren war Stella in vielen Ausstellungen vertreten, so z.B. auf der documenta 4 in Kassel (1968). 

1970 wurde ihm als jüngstem Künstler in der Geschichte des New Yorker Museum of Modern Art eine Retrospektive gewidmet. Sein Werk ist seitdem „maximalistischer“ geworden und integriert dreidimensionale, architektonische und expressionistische Elemente.

Werke von Frank Stella in der Ausstellung