Enrico Castellani

  • Geboren 1930 in Castelmassa, Italien (damals Königreich Italien)

1952 machte Enrico Castellani sein Diplom an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. Anschließend studierte er Kunst an der Académie Royale des Beaux-Arts und Architektur an der École Nationale Supérieure des Arts Visuels de La Cambre, beide in Brüssel. 1956 ließ er sich wieder in Mailand nieder, wo er Künstler wie Piero Manzoni (1933–1963) und Lucio Fontana (1899–1968) kennenlernte. 1959 gründeten Castellani und Manzoni die kritische Zeitschrift Azimuth und die Galleria Azimut, wo Castellani 1960 seine erste Einzelausstellung hatte. Die Leinwand war für ihn ein Objekt – jedes Werk sollte nur auf sich selbst und auf nichts anderes verweisen. 1959 zeigte er seine ersten monochromen Reliefs, die Serie Superficie nera (Schwarze Oberfläche). In die Leinwände hatte er mit einer Nagelmaschine Vertiefungen gedrückt. Später begann er die Bildträger zu durchstechen und mit Stanzwerkzeugen zu bearbeiten, um rhythmische, räumliche Reliefs zu erzeugen. In seiner Serie Angolare (Winkel) (1960–1965) verformte er winkelförmig angebrachte Leinwände konkav und konvex, um zu erforschen, wie sich dies auf die Wahrnehmung auswirkte. 1967 schuf er Ambiente bianco (Weißes Umfeld), seine erste raumgroße Installation. Anfang der 1990er-Jahre schloss er sich der deutschen Künstlergruppe ZERO an und nahm an mehreren ihrer Ausstellungen teil. 1964, 1966, 1984 und 2003 repräsentierte er Italien auf der Biennale von Venedig.

Werke von Enrico Castellani in der Ausstellung