Enrico Baj

  • Geboren 1924 in Mailand, Italien
  • Gestorben 2003 in Vergiate, Italien

Enrico Baj war eine Schlüsselfigur der italienischen Avantgarde. Er stand Dada, dem Surrealismus und dem Informel nahe und pflegte Kontakte zur Künstlergruppe CoBrA. Zusammen mit Sergio Dangelo (* 1932) gründete er 1951 die Gruppe Movimento Nucleare. Baj kritisierte den italienischen Faschismus und floh 1944 nach Genf, um der Wehrpflicht zu entgehen. Nach dem Krieg kehrte er nach Mailand zurück und setzte sein 1938 an der Accademia di Belle Arti di Brera begonnenes Studium fort. Außerdem schrieb er sich an der juristischen Fakultät der Mailänder Universität ein. An der Kunsthochschule begegnete er dem Abstrakten Expressionismus. 1955 begann er, aus Bändern, gemusterten Stoffen und Tapeten, Armeeorden und Möbelteilen satirisch-kitschige Collagen zu fertigen.
Am bekanntesten sind seine vor Sarkasmus nur so triefenden Generali (Generäle), eine Reihe grotesk überzeichneter Militärs, die mit allerlei objets trouvés ausgestattet sind. 1960 wurden Werke Bajs erstmals in New York gezeigt: in der von Marcel Duchamp (1887–1968) und André Breton (1896–1966) kuratierten Ausstellung Surrealist Intrusion in the Enchanters’ Domain bei D’Arcy Galleries. 1965 entstand Bajs Homage to Marcel Duchamp – eine Neufassung der Mona Lisa mit dem Konterfei Duchamps. 1961 war Baj in der Ausstellung The Art of Assemblage im Museum of Modern Art in New York vertreten; 1964 nahm er an der Biennale von Venedig teil.

Werke von Enrico Baj in der Ausstellung