Derek Boshier

  • Geboren 1937 in Portsmouth, Vereinigtes Königreich

Derek Boshier besuchte von 1959 bis 1962 das Royal College of Art in London, und schon während seiner Studienzeit erregten seine Gemälde Aufmerksamkeit. Mit Kommilitonen wie David Hockney (* 1937) und Allen Jones (* 1937) gehört er zu den Pionieren der britischen Pop-Art. Beeinflusst von den Schriften Marshall McLuhans, Vance Packards und John Kenneth Galbraiths, knüpfte Boshier an die Ikonografie der britischen und amerikanischen Massenkultur an und stellte Anfang der 1960er-Jahre Bezüge zu aktuellen politischen Ereignissen und Fragen her. Seine Haltung war eher kritisch denn affirmativ.

Boshier gehörte zu den Künstlern, die in Ken Russels Dokumentarfilm Pop Goes the Easel von 1962 porträtiert wurden. Noch im selben Jahr flog Boshier mit einem Jahresstipendium nach Indien und experimentierte dort mit den narrativen Strategien des Hindu-Symbolismus.

Nach seiner Rückkehr nach England wandte er sich der Hard-Edge-Malerei und der geometrischen Abstraktion zu, schuf politisch radikale Konzeptkunst, minimalistische Skulpturen mit elementarer Formensprache und kehrte mit der Darstellung skurriler Figuren wieder zur Malerei zurück. Er arbeitete in unterschiedlichen Gattungen und auf unterschiedlichen Feldern: Zeichnung, Druckgrafik, Collage, Film, Buch, Bildhauerei, Installation und Fotografie.

Seine Zusammenarbeit mit Musikgruppen wie The Clash und mit David Bowie machten sein Werk einem breiteren Publikum bekannt. 1963 repräsentierte er Großbritannien auf der Pariser Biennale. Er hatte Lehraufträge in London und Texas inne.