Carolee Schneemann

  • Geboren 1939 in Philadelphia, Pennsylvania, Vereinigte Staaten

Carolee Schneemann war erst 16 Jahre alt, als sie ein Stipendium für das Bard College in New York erhielt. Nachdem sie wegen ihrer Selbstporträts als Akte von der Hochschule geflogen war, schrieb sie sich an der School of Painting and Sculpture an der Columbia University ein. 

Später kehrte sie ans Bard College zurück und machte dort 1960 ihren Bachelorabschluss. An der University of Illinois erwarb sie ihren Master. Als Studentin erlebte Schneemann die männliche Dominanz in der professionellen Kunst aus erster Hand. 

Diese Erfahrung führte dazu, dass sie sich ihr Leben lang mit feministischen Themen und mit dem weiblichen Körper im historischen und gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzte. Obwohl Schneemann sich in erster Linie als Malerin versteht, experimentiert sie auch mit Collage, Skulptur, Fotografie, Film (z.B. Fuses, 1965) und Performance. 

Anfang der 1960er-Jahre schuf sie aus Gemälden, Fotografien und Alltagsobjekten Assemblagen, die entweder von einer historischen Persönlichkeit (Sir Henry Francis Taylor, 1961) oder einem vertrauten Ort (Colorado House, 1962) inspiriert waren. In ihrer Serie Controlled Burning erforschte das destruktiv-konstruktive Potenzial von Feuer; in Meat Joy (1964) brach sie Tabus in Bezug auf die Vorstellungen von weiblicher Sexualität. 

Ihre provokanten, radikalen Performances erreichten 1975 mit ihrer inzwischen legendären Performance Interior Scroll ihren Höhepunkt. Schneemann hatte zahlreiche Lehraufträge und veröffentlichte eine Reihe von Texten. 2000 wurde sie von der College Art Association für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.