Boris Taslitzky

  • Geboren 1911 in Paris, Frankrich
  • Gestorben 2000 in Paris, Frankreich

Boris Taslitzky war ein Maler des Sozialistischen Realismus, der durch Krieg und Revolution verursachtes Leiden und Sterben darstellte. Seine Familie war 1905 aus Russland nach Frankreich geflohen, wo er in den 1930er-Jahren an der École des Beaux-arts studierte. 

1933 schloss er sich der Association des écrivains et artistes révolutionnaires an, zwei Jahre später trat er in die Kommunistische Partei ein. Da sein Vater im Ersten Weltkrieg gefallen und seine Mutter im Zweiten Weltkrieg in Auschwitz ermordet worden war, ist es nicht verwunderlich, dass seine Gemälde häufig auf die beiden Weltkriege Bezug nehmen. 

Zunächst unterstützte er die Front populaire und entwarf Plakate für politische Demonstrationen. 1940 geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft, konnte aber entkommen. Ende 1941 wurde er erneut gefangengenommen und für zwei Jahre inhaftiert. 1944 wurde er ins KZ Buchenwald deportiert, wo er heimlich Zeichnungen von den Gräueltaten und den unmenschlichen Zuständen im Lager anfertigte. 

Nach dem Krieg kehrte er nach Paris zurück, wo seine Zeichnungen 1946 unter dem Titel 111 dessins faits à Buchenwald veröffentlicht wurden. 

An die Tradition der heroischen, figurativen Malerei des 19. Jahrhunderts anknüpfend, widmete sich Taslitzky in den Folgejahren politischen Inhalten (Riposte, 1949), malte Genrebilder und Landschaften. Er lehrte an der École nationale supérieure des Arts Décoratifs und arbeitete als Illustrator für die kommunistische Presse.

Werke von Boris Taslitzky in der Ausstellung