Antonio Tàpies

  • Geboren 1923 in Barcelona, Spanien
  • Gestorben 2012 in Barcelona, Spanien

Der Maler, Bildhauer und Kunsttheoretiker Antonio Tàpies gehört zu den berühmtesten europäischen Künstlern unserer Zeit. Zunächst studierte er Rechtswissenschaften an der Universität von Barcelona, doch 1944 brach er sein Studium ab, um an der Academia Valls in Barcelona Zeichenkurse zu besuchen. 

Da er sich mehr für die künstlerischen Mittel als für sein zeichnerisches Können interessierte, begann er mit Materialien und Techniken zu experimentieren – z.B. mit Collage, Grattage (Abkratzen einer Farbschicht von einer bemalten Leinwand) und Graffiti. Mit Marmormehl, Kalk, Sand und Erde schuf er zerkratzte und unebene Bildoberflächen mit haptischen Eigenschaften und assoziativen Qualitäten. 

In einigen späteren Werken verarbeitete er sogar dreidimensionale Objekte. 1948 war Tàpies Mitbegründer der avantgardistischen Gruppe Dau al Set (Siebenzähliger Würfel), die ein gleichnamiges Magazin herausgab. Im selben Jahr lernte er Joan Miró (1893–1983) kennen, mit dem er bis zu dessen Tod befreundet blieb. 

Tàpies arbeitete eng mit vielen Dichtern und Schriftstellern zusammen und war ein produktiver Essayist und Grafiker. Seine erste Einzelausstellung hatte er 1950 in der Galerie Laietanes in Barcelona. Noch im selben Jahr ermöglichte ihm ein Stipendium des französischen Staates einen mehrmonatigen Aufenthalt in Frankreich. 

1953 wurde sein Werk erstmals in den Vereinigten Staaten gezeigt. Tàpies erhielt zahlreiche Preise und wurde bereits 1962 im Alter von 39 Jahren mit einer Retrospektive geehrt.

Werke von Antonio Tàpies in der Ausstellung