Aluísio Carvão

  • Geboren 1920 in Belém, Pará, Brasilien
  • Gestorben 2001 in Poços de Caldas, Minas Gerais, Brasilien

Der brasilianische Künstler Aluísio Carvão begann seine Laufbahn als Illustrator und figurativer Maler. Nach Erhalt eines staatlichen Stipendiums für Kunstlehrer zog er 1949 nach Rio de Janeiro. Dort besuchte er im Museum of Modern Art unentgeltliche Kurse bei Ivan Serpa, einem Vertreter der geometrischen Abstraktion. Unter Serpas Einfluss schloss sich Carvão in den 1950er-Jahren der avantgardistischen Grupo Frente an und schuf radikale Werke wie die aus schwarz-weißen Linien aufgebaute Spirale Ritmo Centrípeto-Centrifugal (1958) und die Serie Cromáticas (1957–1960), deren Gemälde ungerahmt blieben.

1959 unterzeichnete Carvão zusammen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern wie z.B. Lygia Clark (1929–1988) und Lygia Pape (1927–2004) das Neo-Concrete Manifesto. In seiner neokonkreten Periode setzte sich Carvão mit der Farbe als Sujet auseinander. 1960 nahm er an der Gruppenausstellung Konkrete Kunst in Zürich und an der Neo-Concrete Art Exhibition in München teil. Außerdem lehrte er als Gastprofessor an der Ulmer Hochschule für Gestaltung.

Nach seiner Rückkehr nach Brasilien 1963 war er als Lehrer und Grafikdesigner tätig. In den 1960er- und 1970er-Jahren schuf er kinetische Kunstwerke, in denen er Alltagsgegenstände wie Kronkorken, Nägel und Schnüre verarbeitete. Ende der 1970er-Jahre begann er wieder auf Leinwand zu malen; seine Bilder aus den 1990er-Jahren verweisen auf die „reine Geometrie“ von Graffiti und anderen Objekten.

Werke von Aluísio Carvão in der Ausstellung