Alén Diviš

  • Geboren 1900 in Blato u Poděbrady (Podiebrad), Böhmen, Österreich-Ungarn
  • Gestorben 1956 in Prag, Tschechoslowakei

Alén Diviš, ein Maler düsterer, symbolischer Sujets, der als Außenseiter galt und jahrzehntlang praktisch vergessen war, erfährt seit seinem Tod beständige, kritische Aufmerksamkeit. Der gebürtige Böhme zog 1926 nach Paris, wo er mit dem Kubismus und Expressionismus experimentierte. 1939 gründete er zusammen mit anderen Exilanten das Haus der tschechoslowakischen Kultur, um gegen die deutsche Besetzung der Tschechoslowakei zu protestieren. 

Als Frankreich in den Zweiten Weltkrieg eintrat, wurden die Mitglieder der Gruppe wegen Spionage verhaftet. Diviš verbrachte sechs Monate in dem berüchtigten Gefängnis La Santé und danach einige Jahre in Konzentrations- und Internierungslagern. Die harte Behandlung, die er erdulden musste, und die Kritzeleien in seiner Einzelzelle im Santé beeinflussten sein Werk nachhaltig. 

Nach seiner Entlassung im Jahr 1942 zog er nach New York. In dieser Zeit schuf er Landschaftsbilder und andere Gemälde, die auf den Bildern und Graffiti an den Wänden seiner früheren Gefängniszelle basierten. Dieser Stil wurde später als Art brut bezeichnet. Diviš kehrte 1947 nach Prag zurück und hatte mit einem literarischen Text über seine Zeit im Santé kurzfristig Erfolg. Nachdem die Kommunisten 1948 die Macht übernommen hatten, waren seine Möglichkeiten eingeschränkt, und er wandte sich spirituellen Themen wie dem „Christus der Schwarzen“ zu. Nach der Samtenen Revolution 1989 wurde sein Werk schließlich wiederentdeckt.

Werke von Alén Diviš in der Ausstellung